Gebetsvorschläge und Geistliche Impulse

Gebet für das Bistum

Herr Jesus Christus,

wir bekennen dich als den Sohn Gottes,der vor 2000 Jahren Mensch geworden ist aus Maria, der Jungfrau.

Du bist der Erlöser der Menschen, das Haupt deiner Kirche,das Heil der Welt.

Durch deine Menschwerdung, durch dein Leben und Sterben, durch deine Auferstehung und Erhöhung stehen auch unser Leben und Sterben im Zeichen der Hoffnung und des Heils.

Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Du bist das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist;wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.

Wir wollen uns erneuern im Glauben an dich, in der Lebensgemeinschaft mit dir und in der Nachfolge auf dem Weg, den du vorangegangen bist.

Hilf uns, dich besser zu erkennen im Gebet und in der Heiligen Schrift.

Lass uns deiner Einladung folgen, dir zu begegnen in der Feier der Eucharistie, im Bußsakrament und in den Mitmenschen, die Hilfe suchen.

Mache uns hellhörig für deinen Ruf, bereit, ihm zu antworten, und treu in der Entscheidung zu unserer Berufung.

Lass uns nicht überhören, was dein Geist heute zu den Gemeinden spricht und welche Wege der Erneuerung er uns weist.

Damit wir in Dankbarkeit für deine Menschwerdung und für den christlichen Glauben in neuer Bereitschaft unseren Glauben bezeugen. 

– dir zu Ehre und zum Heil der Welt, die auf dich wartet und in die du uns sendest.

Herr Jesus Christus, Dir gebührt Lobpreis, Dank und Anbetung jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Bischof Anton Schlembach


Pfingsten steht bevor,

beten wir in den Gottesdiensten und Zuhause um den Heiligen Geist,den Beistand, der uns Kraft und Mut schenkt und uns verbindet.  

Wenn uns die Kräfte verlassen

Sei Du die Kraft, Heiliger Geist

Wenn uns Krankheit schwächt

Sie Du die Heilung, Heiliger Geist

Wenn uns Fragen plagen

Sei Du die Antwort, Heiliger Geist

Wenn uns Sorgen quälen

Sei Du die Zuversicht, Heiliger Geist

Wenn alles hoffnungslos erscheint

Sei Du ein neuer Anfang, Heiliger Geist

Wenn der Tod naht

Sei Du das Leben, Heiliger Geist

Anton Rotzetter


Jesus der gute Hirte

Unter diesem Thema steht der 4. Sonntag der Osterzeit und in diesem Jahr auch die Kommunionvorbereitung in unserer Gemeinde. An diesem Sonntag würden wir in Waldsee mit den Kindern Ihre Erstkommunion feiern. Das Bild aus einem Fenster des Künstlers Valentin Feuerstein im Altarraum der Kirche in Waldsee zeigt Jesus übergroß, eine goldene Schale in der Hand. Auf dem Tisch das Lamm, die Jünger um den Tisch versammelt, Judas, hinter Jesu Rücken, mit dem Geld geht er weg um Jesus zu verraten. Das Blau des Himmels und das Rot der Liebe und des Leidens beherrschen das Bild.

Jesus – der gute Hirte, sagt im Johannesevangelium (Joh 10,15) von sich: „Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.“

Er ist zu sehen bevor er sein Leben gibt und weil er das weiß, gibt er seinen Jüngern bei diesem letzten Mahl ein sicheres Zeichen, dass er weiterhin da ist. Wenn sie Mahl halten, ist er da, im Brot des Lebens und im Wein. In diesen Zeichen bleibt Jesus lebendig in ihrer Mitte. Er gibt Kraft für den Alltag, mit ihm bricht jetzt schon das Fest des Lebens an, das wir bis heute im Gottesdienst feiern.

Er ist wirklich der gute Hirt, der sein Leben gibt und damit seinem Auftrag treu bleibt, den er am Ende des Evangeliums des 4. Sonntages so beschreibt: „ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10,10)

Vertrauen wir gerade in diesen schwierigen Zeiten auf Jesus, der auch für uns der gute Hirte sein möchte, der uns kennt, uns begleitet und uns zum Leben führen möchte.


Mit Jesus handeln

Manchmal haben wir das Gefühl nichts will gelingen, obwohl wir uns wirklich viel  Mühe geben. So ging es auch den Jüngern, die Bronzearbeit des Künstlers Günther Zeuner auf dem Ambo in der Kirche in Otterstadt lässt uns an die Szene denken, die wir auch jetzt in der Osterzeit hören.

Die Jünger sind beim Fischen, es ist ihr Beruf und sie kennen sich damit aus. Aber sie fangen die ganze Nacht nichts. Am Ufer steht ein Fremder, auf sein Wort hin, werfen sie ihr Netz noch einmal aus, auf der rechten Seite. Jetzt haben sie Erfolg, das Netz ist übervoll, sodass sie es kaum an Land ziehen können, 153 Fische, aber das Netz zerreißt nicht.

Da erkennen sie, dass dieser Fremde Jesus ist, der Auferstandene. Er hat am Ufer auf einem Feuer schon ein Mahl für sie bereitet und bittet sie von ihren Fischen noch dazu zu bringen.

Die Geschichte, die uns der Evangelist Johannes (Joh 21, 1 – 14) überliefert, kann uns Mut machen und einen Weg zu gelingendem Leben aufzeigen, indem wir uns, wie die Jünger, an Jesu Wort ausrichten und nach ihm handeln, denn mit ihm können die Jünger Großes erreichen. Und die Geschichte zeigt, dass jede und jeder von uns wichtig ist, Jesus bittet um die Fische der Jünger, er braucht auch unseren Beitrag. Das zeigt sich gerade in diesen Zeiten, wo wir aufeinander angewiesen sind, wo viele Menschen sich einsetzen für ihre Mitmenschen, kreative Ideen haben und umsetzen, damit andere sich nicht einsam und alleingelassen fühlen.



von Doris Heiner

Mittwoch, 08. April 2020

Wie wollen wir leben?

Peter Hundertmark veröffentlicht zwölf spirituelle Anstöße zur Reflexion der gegenwärtigen Krise

„Die Menschheit – und mit ihr das ganze gemeinsame Haus Erde – steht an einer Weggabelung. Die gegenwärtige Corona-Pandemie hat es schneller und brutaler sichtbar gemacht, als alle wissenschaftlichen Studien zu Klimaveränderung, sozialen Verwerfungen, Artensterben, Fluchtursache es vermocht hätten“, ist Dr. Peter Hundertmark, Referent für spirituelle Bildung im Bistum Speyer, überzeugt. Er hat zwölf spirituelle Anstöße zur Reflexion der gegenwärtigen Krise verfasst.

„Noch können wir viele Entwicklungen steuern“, unterstreicht Hundertmark und lädt dazu ein, „zu träumen, nachzudenken, auf Gott hinzuhorchen, miteinander auszuhandeln und auf den Weg zu bringen, wie wir künftig leben wollen“. Dabei versteht er die Anstöße als parteiisch. Sie folgen in ihrer Ausrichtung der katholischen Soziallehre, vor allem der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, treffen sich aber auch mit der protestantischen Sozialverkündigung und dem Abschlusstext der letzten Ökumenischen Weltversammlung in Busan. Gemeinwohlorientierung, solidarische Verantwortung und Nachhaltigkeit gelten ihnen als Werte, die nicht verhandelbar sind. Innerhalb dieser Grundausrichtung aber versuchen die Anstöße wenig festzulegen. „Es werden viele verschiedene, vielleicht einander sogar widersprechende Meinungen, Ideen, Bilder, Hoffnungen, Entscheidungen und Vernetzungen dringend gebraucht“, so Hundertmark.

Die Pandemie bedeute für sehr viele Menschen eine erzwungene Einschränkung und ungewohnte Verlangsamung. „Das ist auch eine Gelegenheit, einige Minuten am Tag, eine halbe Stunde, mehrmals ein paar Minuten für die Frage zu nutzen, wie wir miteinander leben wollen.“ Die Anstöße leiten an zum Nachsinnen und um dann darüber zu reden oder davon zu schreiben. „Denn wenn zwei gemeinsam träumen, ist das schon der Beginn einer neuen Wirklichkeit, und wenn zwei etwas anpacken, wird es andere neugierig machen.“

Themen der zwölf Anstöße:

I: Wie wollen wir künftig Güter produzieren?

II: Wie wollen wir künftig international zusammenarbeiten?

III: Wie wollen wir künftig unsere nahen zwischenmenschlichen Beziehungen gestalten?

IV: Wie wollen wir künftig reisen und Urlaub machen?

V: Welchen Wert wollen wir künftig Mode, Shoppen und Konsum in unserem Leben geben?

VI: Wie wollen wir künftig unsere digitalen Werkzeuge – Suchmaschinen, Algorithmen, Social-Media-Plattformen… gestalten und kontrollieren?

VII: Wie wollen wir künftig handeln, damit Menschen nicht aus ihrer Heimat flüchten müssen?

VIII: Welche Ziele wollen wir uns künftig für unser Lernen setzen?

IX: Wie wollen wir uns künftig ernähren?

X: Wie wollen wir künftig mit Menschen umgehen, die straffällig geworden sind?

XI: Wie wollen wir uns künftig als Menschen selbst verstehen?

XII: Wovon wollen wir uns künftig motivieren lassen?

Die Anstöße von Dr. Peter Hundertmark zum Nachlesen:

https://www.bistum-speyer.de/bildung/spirituelle-bildung/anstoesse/

Video:

Kontakt:

Bistum Speyer
Dr. Peter Hundertmark
E-Mail: spirituelle-bildung@bistum-speyer.de


Hier finden Sie Texte und Betrachtungen, mit denen Sie zuhause ins Gespräch mit Gott kommen können. Ebenso haben wir hier für Sie Vorschläge für Gottesdienste zum Thema „Corona“ zusammengestellt.

Viele Kirchen in unserer Pfarrei werden in der nächsten Zeit für den persönlichen Besuch geöffnet sein. Für das persönliche Gebet und die Betrachtung eignet sich eine Reihe von Gebeten und Liedern:

Die Methoden zur Texterschließung (Lectio Divina, Bibelteilen) laden dazu ein, Gedankengänge, Zusammenhänge und Ideen der christlichen Tradition mit eigenen Worten auszusagen. Biblische Erzählungen können in der aktuellen Zeit der Corona-Krise so zu Gebeten oder zu Worten des Trostes werden, indem sie Eingang in Telefongesprächen bei Trauernden und Kranken sowie Sorgenden und Alleinstehenden finden. Für die Schriftbetrachtung können folgende Schritte hilfreich sein (vgl. GL 1,3):
… Sich Gottes Geist öffnen
… Meditierendes Lesen
… Verweilen bei einem Wort oder Satz
… Antwort

Auf der Homepage des deutschsprachigen Bibelwerkes finden sich nicht nur die Lesungen aller Sonn- und Feiertage der drei Lesejahre, sondern auch eine Reihe von Hilfen das Verstehen der Texte.
Vielen noch immer unbekannt ist, dass es den „Schott“ inzwischen auch sehr komfortabel im Internet gibt.
Und wer noch weitere exegetische Hintergrundinformationen zu den einzelnen Texten sucht, wird fündig auf folgenden seriösen Internetseiten:

Gebete für sich und für andere Menschen

Für sich und für andere zu beten, legt sich in Zeiten einer Pandemie nahe. Hier finden Sie Beispiele für fürbittendes Gebet:

Ökumenisches Gebet in Zeiten der Krise

Treuer und barmherziger Gott!
Du gibst Zuversicht, wenn sich in uns Unsicherheit breitmacht.
Du bist uns nahe, wenn wir auf Distanz zueinander gehen müssen.
Du hältst uns in deiner Hand, wenn wir den Halt zu verlieren drohen.
Zu dir kommen wir mit unseren Sorgen und Ängsten,
aber auch mit unserer Hoffnung auf deine Hilfe.
Zu dir kommen wir im Wissen darum, dass wir nicht alleine zu dir beten,
sondern getragen sind von der großen Gemeinschaft aller,
die dir und deinem Wirken vertrauen.

Wir bitten dich:
für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind; für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind und nach Halt suchen;
für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern;
für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten;
für alle, die sich überfordert fühlen.
Sei ihnen allen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuversicht,
den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.

Wir bitten dich:
für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Seniorenheimen und Hospizen;
für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft;
für alle, die uns Tag und Nacht mit dem versorgen,
was wir zum Leben brauchen;
für alle, die ehrenamtlich Familien sowie alten und gesundheitlich beeinträchtigten Menschen helfen;
für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger,
die den Menschen Gottes Frohe Botschaft zusagen.
Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

Auch bitten wir dich für uns selbst:
Lass uns trotz aller Sorge um das eigene Wohlergehen den Blick für die anderen nicht verlieren und ihnen nach Kräften beistehen.
Stärke in uns die Bereitschaft, Einschränkungen in Kauf zu nehmen, und lass uns so das Unsere dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden.
Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unseren Herrn und Gott,
der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller Kranken und Not Leidenden annimmt. Dir vertrauen wir uns an. Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.