Das Leben des heiligen Martin

Martins Vater war römischer Berufssoldat. Die Eltern gaben dem Kind den Namen „Martinus“, was so viel heißt wie „Krieger“. Die Söhne von Berufssoldaten mussten ebenfalls ins Heer eintreten. Seine Kindheit verbrachte Martin in Pavia in Italien. Dort lernte er das Christentum kennen und bewarb sich mit 10 Jahren um die Taufe. Als Martin 15 Jahre alt war, trat er ins römische Heer ein. Bald kam er zur berittenen Truppe und wurde nach Amiens im heutigen Frankreich geschickt. Martin war damals, 334 nach Christus, 18 Jahre alt und stand kurz vor seiner Taufe. Am Stadttor von Amiens teilte er seinen Mantel mit einem Bettler. In der Nacht darauf erscheint ihm im Traum Jesus mit den Worten: Was du heute dem Bettler getan hast, das hast du mir getan. Wenige Wochen später, an Ostern, wurde er getauft. 336 nach Christus wurde er mit seiner Truppe nach Worms geschickt, um das Römische Reich gegen die Germanen zu verteidigen. Am Tag vor der Schlacht legte Martin sein Schwert ab und erklärte, dass er aus dem Militär ausscheiden wolle. Er kam nach Poitiers und lernte Bischof Hilarius kennen. 338 besuchte er seine Eltern und bekehrte seine Mutter zum christlichen Glauben. Anschließend wanderte er durch Oberitalien, um die christliche Lehre zu verbreiten. Schließlich zog er sich auf die Insel Gallinaria zurück und lebte dort 20 Jahre als Einsiedler. 360 holte Bischof Hilarius ihn zurück nach Poitiers und weihte ihn zum Priester. Martin wohnte in einer einfachen Hütte und viele kamen zu ihm und wollten von ihm lernen. So entstand eine Gemeinschaft von Brüdern, die ihr Leben dem Gebet und der Arbeit weihten. Das erste Kloster war entstanden. 371 wurde Martin Bischof. Er lebte immer noch abgeschieden außerhalb der Stadt. Hier entstand das Kloster Marmoutier. Mit seinen Brüdern zog Bischof Martin weiterhin durch das Land, um die Lehre von Jesus Christus zu verbreiten. Auf einer dieser Reisen starb Martin am 8. November 397 in Candes. Er wurde nach Tours überführt und dort am 11. November begraben.